Deutschland muss eventuell mindestens 41 Milliarden Euro aufbringen, um die ehrgeizigen Pläne des Bundes zur zukünftigen Breitbandversorgung des Landes zu realisieren. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Next Generation Access“ des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) aus Bad Honnef. Zugleich zeigt die Studie, dass die ehrgeizigen Pläne Deutschlands gar nicht so ehrgeizig sind. Sie verglich die Vorhaben der Bundesregierung in Sachen Breitband mit denen anderer Länder. Einige von deren Plänen sind noch weitaus ehrgeiziger.
Bei seiner Kostenschätzung für Deutschland legte das WIK die aktuelle Anzahl von Hauptverteilern und Kabelverzweigern des Breitband-Internet-Netzes zugrunde; unberücksichtigt blieben bereits vorhandene Leerrohre oder noch nicht genutzte, aber bereits vorhandene Glasfaserkabel, die Kosten senken können. Die geschätzten 41 Milliarde Euro gelten für ein VDSL-Netz. Hier werden die Daten die meiste Zeit über Glasfaserkabel übertragen, während die letzte Verbindung zwischen Netz und Anschluss im Haushalt nach wie vor über Kupferkabel realisiert wird. Würde man komplett Glasfaserkabel bis zum Anschluss im Haushalt verlegen wollen, so könnten die Kosten laut WIK eine Höhe von 117,6 Milliarden Euro erreichen. Die Investitionsbereitschaft muss also hoch sein, wenn die Ziele in Deutschland erreicht werden wollen. Bis 2014 möchte die Bundesregierung für 75% aller Haushalte des Landes eine mindestens 50 MB/sec schnelle Datenverbindung im Datendownload zur Verfügung stellen können.
