Möglicherweise ist Deutschland beim Ausbau des Netzes für schnelles Internet einen Schritt weit vorwärts gekommen. Zumindest hat die Bundesnetzagentur jetzt weitere Klarheit in der Frage geschaffen, zu welchen Preisen Konkurrenten die Infrastruktur der Telekom nutzen können, um eigene DSL-Angebote zu realisieren. Antworten auf diese Frage sind sowohl für die Telekom als auch für die Mitbewerber wichtig: Sie sind Grundlage der Kalkulationen, inwieweit sich ein Engagement für weitere technische Infrastruktur sowie ein Ausbau von Angeboten, um mehr Kunden zu erreichen, lohnen. Obwohl noch keine offizielle Pressemitteilung der Telekom existiert, dürfte die nicht ganz mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur zufrieden sein.
Der Nutzungstarif für die die so genannten Multifunktionsgehäuse der Telekom wird demnächst 113,94 Euro betragen. Multifunktionsgehäuse sind Kabelverzweiger, die man als graue Kästen bisweilen an Straßen und Wegen sieht. Sie dienen beispielsweise dazu, Anschlussleitungen in Hausanschlüsse aufzuteilen, die die einzelnen Gebäude erreichen. Den jetzt festgelegten Nutzungstarif teilen sich alle Nutzer solch eines Multifunktionsgehäuses: auch die Telekom. Das bedeutet, ein Mitbewerber des Unternehmens Telekom wird maximal knapp 57 Euro pro Monat zahlen. Teilen sich drei Unternehmen solch ein Multifunktionsgehäuse, so sinkt der Preis für jedes einzelne Unternehmen weiter. Für die Nutzung von Kabelleerrohren der Telekom, durch die DSL-Kabel geführt werden, sind fortan zwölf Cent pro Meter von der Konkurrenz bei einer Nutzung zu bezahlen.
