Die alten Kupferleitungen, über die lange Zeit DSL Anschlüsse realisiert wurden, gelten als Auslaufmodelle, mit denen sich das angestrebte Highspeed-Internet nicht realisieren lässt. Datendownload-Geschwindigkeiten von fünfzig oder mehr Megabyte in der Sekunde seien — so die verbreitete Ansicht — mit diesen Kupferkabeln nicht zu realisieren. Es könnte doch gehen: Die Forschungsabteilung Bell-Labs des Unternehmens Alcatel-Lucent hat jetzt mit einem neuen Verfahren Datendownloads mit bis zu 300MB/sec. über klassische Kupferkabelnetze realisiert. DSL-Phantom-Mode“ nennt sich die Sache.
Der so genannte Phantom-Mode ist eigentlich etwas Uraltes. Er wurde bereits 1882 entwickelt und ist ab 1886 für die analoge Telefonie auch eingesetzt worden. Zwei Kupferkabelpaare werden bei diesem Verfahren um zwei weitere virtuelle (physisch also nicht greifbare) Kabelpaare ergänzt. Neu ist die Nutzung des Verfahrens für die Datenübertragung. Die Datendownload-Geschwindigkeit von bis zu 300 MB/sec kann aber auch mit diesem neuen Verfahren nur über eine relativ kurze Distanz von etwa vierhundert Metern realisiert werden. Eine Geschwindigkeit von einhundert Megabyte pro Sekunde ist allerdings auch noch bei einer Kabellänge von einem Kilometer möglich. Da die Technik im Allgemeinen störanfällig ist, wurde eine «Vectoring» genannte Technologie entwickelt, um die Störanfälligkeit bei der Datenübertragung deutlich zu verringern.
