Der Boden für schnellstes mobiles Internet ist bereitet. Gestern endete die Versteigerung von Frequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks in Deutschland frei geworden sind. Die vier Unternehmen Telekom, Vodafone, Telefonica (O2 und Alice) und Erste MVV Mobilfunk Vermögensverwaltungsgesellschaft (E-Plus) erwarben Frequenz-Pakete aus den insgesamt versteigerten 41 Frequenzblöcken.
Im Allgemeinen wird erwartet, dass die vier Unternehmen die neuen Frequenzen für den Ausbau des LTE-Standards bei mobilem Internet nutzen. Er soll für mobiles Internet Datendownload-Geschwindigkeiten von bis zu einhundert Megabyte pro Sekunde ermöglichen. Zugleich werden die ersteigerten Frequenzen voraussichtlich dazu führen, dass bald auch diejenigen Gebiete Deutschlands mit schnellem Internet versorgt werden, die bisher unterversorgt waren.
Insgesamt gaben die vier Unternehmen etwa 4,4 Milliarden Euro aus. Am meisten investierte dabei das Unternehmen Vodafone. Es erwarb mit insgesamt über 1,42 Milliarden Euro zwölf Frequenzblöcke. Relativ dicht folgten die Telekom mit etwa 1,38 Milliarden Euro für elf Frequenzblöcke und Telefónica, das für zehn Frequenzblöcke knapp 1,3 Milliarden Euro ausgab. Mit großem Abstand folgte E-Plus, das knapp 284 Millionen Euro für acht Frequenzblöcke investierte.
Die vier Unternehmen erhielten die Frequenzblöcke mit Auflagen. Bis Ende 2010 sollen sie digitale Dienste für ländliche Regionen Deutschlands anbieten. Die Anbindung aller Städte und Gemeinden mit maximal 5.000 Einwohnern an schnelles Internet ist Pflicht, bevor die Kür folgen kann: Die könnte aus dem Ausbau der LTE-Verbindung für schnellstes mobiles Internet in größeren Städten bestehen. LTE bedeutet «Long Term Evolution» und steht für den Mobilfunk-Standard der vierten Generation, durch den ein besonders schneller mobiler Datenverkehr möglich wird. Schweden und Norwegen sind den Deutschen voraus. Innerhalb des Jahres 2010 sollen die 25 größten schwedischen und die vier größten norwegischen Städte mit LTE versorgt werden. Die jetzt beendete Versteigerung der Frequenzen in Deutschland könnte dazu beitragen, den Abstand zu den beiden skandinavischen Ländern zu verringern. Zugleich dürften sich die letzten weißen Flächen in Deutschland (Gebiete ohne Zugang zu schnellem Internet) schließen.
Informationen über derzeit realisiertes und angebotenes mobiles Internet gibt es auf DSLWEB.