Als sehr positiv bezeichnet der Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWT) Dr. Bernd Pfaffenbach die Entwicklung des Breitbandmarktes in Deutschland. Das berichtet das BMWT in einer Pressemitteilung vom zwanzigsten Mai 2010. In Bezug auf Breitband-Anschlüsse pro Einwohner belegte Deutschland im Jahr 2004 noch den vorletzten Platz unter den G7 – Staaten. Mittlerweile — so die Pressemitteilung — hat sich Deutschland den zweiten Platz hinter Kanada gesichert. Aber wie aussagekräftig ist das wirklich?
Als Gruppe der G7-Staaten werden führende Industrienationen bezeichnet, die sich einmal pro Jahr irgendwo auf der Welt treffen, um wichtige Fragen zur Weltwirtschaft zu erörtern. Zu den G7-Staaten gehören neben Deutschland die USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien. Seit 1998 ist auch Russland Mitglied der Gruppe, sodass seither von der G8-Gruppe gesprochen wird. In Bezug auf Breitbandversorgung sind der Vergleich der G7-Staaten und der zweite Platz Deutschlands innerhalb dieser Gruppe aber nur bedingt aussagekräftig.

Es gibt zwei entscheidende Aufgaben, um ein Land in Sachen Breitband zukunftsfähig zu machen. Der Ausbau besonders schneller Breitbandverbindung ist die eine Sache. Mindestens genauso wichtig ist aber die Anstrengung, ALLEN Haushalten eines Landes mindestens einen Breitband-Anschluss mit niedriger Geschwindigkeit zu ermöglichen. Letzteres ist eine Strategie, um eine große digitale Kluft zwischen den ans Breitband angeschlossenen und den nicht angeschlossenen Haushalten innerhalb eines Landes zu vermeiden.
