Die Bundesregierung bemüht sich neben den deutschen DSL Anbietern, die Infrastruktur für schnellstes VDSL in Deutschland auszubauen. Der aktuelle Infas Telekommunikationsmonitor wirft allerdings die Frage auf, ob hier nicht zumindest mittelfristig am Markt vorbei auf unnötige Eile gedrängt wird. Es fehlt derzeit – so die Studie – der Anreiz für die Buchung schnellen Internets.
Fürs Chatten benötigt man kein VDSL. Fürs Mailen erst recht nicht. Fürs Surfen, für Onlinebanking oder -shopping und die Nutzung von Twitter oder Facebook ebenfalls nicht. Genau das sind jedoch die Aktivitäten, für die das Internet derzeit am häufigsten verwendet wird. Weniger als jeder Zehnte nutzt das Internet dagegen für regelmäßige Downloads größerer Dateien, für die VDSL nützlich sein kann. Kurzum: Für viele Internetnutzer sind Geschwindigkeiten von etwa fünfzig Megabyte pro Sekunde im Datendownload unnötig. Beworben wird VDSL häufig mit der möglichen Verschmelzung von TV und Internet. Aber auch das scheint derzeit nicht unbedingt erwünscht zu sein. Sechs von zehn Befragten der Studie halten Internet und TV für zwei unterschiedliche Dinge, die sie auch unabhängig voneinander nutzen möchten. Das Buchungsargument, man könne mit VDSL Internet und TV verbinden, scheint also auf keinen sonderlich fruchtbaren Boden zu treffen.
